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C15 Beutenbau Workshop

Intro

Heute soll es um den Bau der C15 Beute gehen. Sie besteht zwar nicht aus sonderlich vielen Teilen, da bereits Erfahrungen vorliegen, möchte ich diese hier weiter geben.
C15 Beute 3D

Krass verstümmelt

Mut antrinken vorm Kreissägen ganz schlechte Idee! Bitte achtet auf den Arbeitsschutz, Sandalen, Schlabber-Pulli, wallendes Haar, kommen selten gut bei der Arbeit an Maschinen. Finger, Augen, Ohren und Lunge… wachsen alle nicht nach, gut drauf aufpassen! Die Maschine gewinnt immer, ihr wisst es ja…blah

Holz

Holzarten gibt es so viele wie Schreiner und auch eben so viele Meinungen dazu. Das wichtigste Kriterium ist: Ihr solltet das Holz das ihr verarbeitet mögen! Wenn man das Material nicht mag, kommt selten was gescheites raus. Für Beuten habe ich bis jetzt 3 Holzarten verarbeitet:

  • Fichtenholz ist minder haltbar Billig und meist Heimisch. Ich mag Fichte, arbeite gerne damit, will man daraus Zargen bauen, so sollten diese Später eingelassen werden. Ab einer Bretthöhe von 10cm neigt es derart zum verziehen, dass sich Zargen gerne aufdrehen und aus dem Leim gehen!

  • Western red cedar Holz (Riesen-Thuja) ist nicht Heimisch, jedoch extrem leicht und Witterungsbeständig. Dieses Holz neigt nicht zum verziehen. Leider ist der Staub etwas giftig/Allergen und von daher sollte man Sorgfalt beim Arbeitsschutz walten lassen. Es sieht wunderschön aus, riecht aber sehr streng! Ein Test mit Bienen folgt 2016/2017.

  • Lärchenholz ist selten Heimisch, meistens Sibirisch, sehr haltbar jedoch auch sehr schwer. In jedem Fall gut geeignet. Ich fass es nicht gerne an, es ist mir zu hart und spröde.

Holzschutz

Der Holzschutz für eine Beute sollte ungiftig und ökologisch verträglich sein. Ich verwende ausschließlich eine Mischung aus 2/3 Leinölfirnis + 1/3 Orangenöl. Orangenöl und Leinöl beziehe ich von Auro. Das Orangenöl wirkt konservierend und sorgt dafür das das Leinöl tief in das Holz einzieht. Das Leinöl polymerisiert an der Luft und bildet einen sehr guten Schutz. Alternativ könnte man Bienenwachs aufbringen, damit habe ich jedoch noch wenig Erfahrungen.

Leim

Es gibt viele Leime, leider sind nur wenige Lebensmittel verträglich und für Draußen geeignet.

  • Weißleim auch Wasserfester wird sich draußen auflösen.
  • PUR Leim, Finger weg von diesem Leim, auch wenn er klebt wie der Teufel, ist er dafür giftig, krebserregend und für Lebensmittel völlig ungeeignet.
  • Kasein-Kalk Leim
    Dieser Lebensmittelechte Leim kann leicht selbst hergestellt werden aus Quark und Kalk. Leider bindet er nach wenigen Minuten bereits ab, ist dafür aber Wasserfest und extrem stark.
  • Titebond® Ultimate III ist der einzige Leim den ich gefunden habe, der Wasserfest und “Lebensmittelecht” ist. Er ist bezahlbar und über (Amazon/Dictum) zu bekommen. Er hat eine FDA Zulassung für indirekten Lebensmittel Kontakt hat (z.B. Schneidebretter).
  • Null Leim
  • Am liebsten würde ich auf Leim ganz verzichten, …ich arbeite daran.

Der Plan

Kennt das wer: Plan im Kopf, aber keinen Kopf den Plan zu Zeichnen. Ich steh auf 3D Modelle.

Sketchup Modell 3D
Maße pdf hier..

Zargen Bau

Für eine Beute brauchen wir ca. 80cm hoch Zargen und einen Deckel. Also 8 x 10cm oder 5 x 15cm Zargen. Die 10cm hohen Zargen gehen weniger gern aus dem Leim als dir 15cm hohen.

1. Zuschnitt Zargenteile

Ich kaufe die Bretter fertig gehobelt -26mm stark- und abgerichtet vom Schreiner, der hat einen Automaten was mir sehr viel Arbeit erspart. Zuschnitt geht am einfachsten mit einer Kapp-Gehrungssäge. Neigungswinkel auf 30° einstellen. Warum 30°? 60° Gehrung = 90°-60°.
Gehrungsschnitt
Sollte was ausfransen, vor dem verleimen weg schmirgeln! Auf den Fotos ist das schöne Western red cedar Holz zu sehen.
Fransen

2. Flugloch bohren

Jede Zarge hat ein Bauteil mit Flugloch, also 1/6 aller Teile mit Loch versehen.
Zarge mit Flugloch
Als erstes bohren wir ein Loch mit 30mm Durchmesser genau in die Mitte des Holzes. Ich benutze einen Wave Cutter von Dictum. (Super Bohrer!)
Flugloch bohren
Dann ganz wichtig, Fräsen wir auf jeder Seite eine runde Phase. Die erleichtert den Bienen den Transit.
Fräser

3. Zarge verleimen

5 Teile ohne Loch + 1 Teil mit Loch.
Zuerst Leim auf beiden Seiten auftragen, ich benutze dazu einen Leimpinsel.
Leim auftragen
Teile zusammen stellen..
Zargen leimen
und die Zargen spannen. Das geht preiswert:
Zargen spannen
oder auch teuer.
Zargen spannen
Die Zargen dann mindestens 6 Stunden Trocknen lassen.
Leim beim trocknen

4. Zargen schleifen

Ist der Leim trocken, schleif ich gerne die Ecken an den Gehrungen weg, dass macht das Design harmonischer. Und weil das so staubt pack ich schon mal meine Schleifmaschine auf den Bulldog um draußen zu schleifen.
Outdoor Werkstatt
Geschliffen:
Geschliffene Zarge

Der Deckel

Die Deckel sind sehr wichtig, verzieht sich einer, kann Regen eindringen und die Völker schwer schädigen. Ich baue sie aus 27 mm BFU 100 Siebdruckplatten, wie sie für PKW Anhänger verwendet werden. Die Platten haben eine glatte Seite, die nehme ich für Außen und eine raue für Innen.
Deckel mit Anbau
An der rauen Seite können die Bienen sehr gut mit dem Bau beginnen.

1. Zuschnitt

Der Zuschnitt ist immer etwas… Ich schneide mir der Gehrungssäge erst einen Winkel, und verwende dann den Parallelanschlag der Kreissäge. Man kann auch eine Zarge nehmen, den Umriß anzeichnen und den Deckel mit der Stichsäge aussägen. Achtung: Der Deckel sollte an jeder Seite ca. 2mm über die Zarge stehen.

2. Schleifen / Fasen

Dach dem Zuschnitt Phase ich die bei der glatten Seite rings rum an, und schleife zum Schluß darüber.
Beute mit Deckel

Fix-Beute-Fertig

Ihr habt jetzt eine Beute, last sie mit Öl ein oder bemalt sie bunt, ganz wie ihr wollt. Bis auf ein Flugloch macht alle anderen mit einem Korken zu. Das Flugloch sollte zu beginn immer unter der Bautraube liegen!
Fertig aufgestellte Beuten

Was folgt

Fangt euch einen Schwarm und gebt ihn hinein.
Sum sum
Und für die heißen Sommer immer gut ein Lüftungsgitter
Lüftungsgitter
unter dem Flugloch.

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